Ausgleichskasse Basel-Stadt Eine neue Serviceplattform

Für die Ausgleichskasse Basel-Stadt (AKBS) haben wir eine neue Website entwickelt, die komplexe Sozialversicherungsthemen verständlich aufbereitet und Nutzer:innen schnell zum passenden Angebot führt. Entstanden ist eine moderne Serviceplattform mit klarer Informationsarchitektur, intuitiver Navigation und neuen digitalen Prozessen für die Content-Erstellung.

  • weblösungen
Eine Person hält ein Tablet, auf dem die Webseite von AK-BS mit einer lächelnden Person und deutschem Text angezeigt wird.

Die Ausgangslage

Die Website der Ausgleichskasse Basel-Stadt (AKBS) war über viele Jahre gewachsen. Entsprechend umfangreich präsentierten sich die Inhalte, die Navigation und die Informationsarchitektur. Nutzer:innen mussten sich durch grosse Mengen an Informationen arbeiten, viele Inhalte waren als lange Fliesstexte aufgebaut und die Orientierung innerhalb der Website war anspruchsvoll.

Gleichzeitig veränderten sich das Verhalten und die Erwartungen der Nutzer:innen. Informationen sollten schneller gefunden werden und Services digital und einfach zugänglich sein.

Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung suchte die AKBS deshalb eine Partnerin für den Relaunch ihrer Website. Die Ausschreibung haben wir mit einem überzeugenden Prototypen und dem entsprechenden Umsetzungskonzept gewonnen.

Ein Diagramm, das die fünf Ebenen von konkret bis abstrakt veranschaulicht: Surface, Skeleton, Structure, Scope und Strategy, jeweils mit einem passenden Symbol.

UX Prozess

Nutzerzentriertes Vorgehen

Gemeinsam mit der AKBS entwickelten wir die neue Website in einem nutzerzentrierten UX-Prozess. Grundlage bildete das 5-Plane-Modell, welches von strategischen Fragestellungen über User Journeys zu konkreten Storymaps führt. Durch den bereits vorhandenen Anforderungskatalog waren viele Themen bereits klar. Offene Fragestellungen wurden pragmatisch und lösungsorientiert angegangen.

Abstrakte Prototype-Workflow-Illustration mit miteinander verbundenen digitalen Dokumenten, Pfeilen und Haftnotizen.

Pragmatisch ans Ziel

Vom Prototypen in die Umsetzung

Anstatt nach der Konzeptionsphase ein umfangreiches visuelles Design zu entwickeln, entschieden wir uns für den direkten Weg. Der validierte Prototyp bildete die Grundlage für die technische Umsetzung des Frontends. Dadurch konnten Zeit und Ressourcen eingespart werden, ohne Abstriche bei der User Experience zu machen.

Valencia hat unsere Anforderungen verstanden, konstruktiv hinterfragt und gemeinsam mit uns nutzerorientierte digitale Lösungen entwickelt.
Rundes Logo der Ausgleichskasse Basel-Stadt (AKBS) mit gelbem AKBS-Schriftzug und schwarzen, geschwungenen Linien auf weissem Hintergrund.

Caroline Reibel

Projektleitung Ausgleichskasse Basel-Stadt

Iterative Umsetzung

Nach der Strategie- und Konzeptionsphase setzten wir für die technische Umsetzung auf unseren schlanken Scrum-Prozess. Schlank bedeutet hier, das Scrum-Framework dient als Basis, wird aber nicht starr verfolgt. So schufen wir in der gesamten Entwicklungsphase Transparenz und arbeiteten eng mit der AKBS zusammen.

Auf Seiten der AKBS waren insgesamt 13 Personen an der Realisierung beteiligt. Die interne Projektleiterin und ihre Stellvertretung übernahmen zentrale Projektarbeiten und koordinierten die Zusammenarbeit mit elf Fachpersonen aus verschiedenen Abteilungen. Gleichzeitig arbeiteten AKBS und Valencia über den gesamten Projektverlauf eng zusammen. Die Vielzahl an Beteiligten erforderte auf beiden Seiten eine enge Abstimmung und eine sorgfältige Orchestrierung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Der Webseiten-Relaunch setzte damit nicht nur eine breite fachliche Mitwirkung, sondern auch entsprechende interne Ressourcen voraus.

Ein Laptop mit der geöffneten AK-BS Webseite mit Text und einem Glossar steht auf einem orangefarbenen Stuhl, der auf einem blauen Teppich neben einem beigen Sofa platziert ist.
Wir wollten eine Lösung schaffen, die sowohl den Bedürfnissen der Versicherten als auch den Zielen der AKBS gerecht wird.
Lächelnde Frau mit Brille, weissen Hosen und einem olivegrünen T-Shirt sitzt im Freien vor grünen Sträuchern und blickt in die Kamera.

Daira Brack

Digital Consultant, Product Owner

Deep Dive

Unsere Lösung im Detail

  • Einstieg nach Bedürfnis

    Nutzer:innen kommen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen auf die Website der Ausgleichskasse. Manche wissen genau, wonach sie suchen. Andere befinden sich in einer neuen Lebenssituation und wissen noch nicht, was sie brauchen.

    Die neue Navigation stellt deshalb nicht einzelne Leistungen, sondern Bedürfnisse der Nutzer:innen ins Zentrum. Inhalte sind nach Themen, Anliegen und häufig genutzten Aufgaben strukturiert. So entstehen unterschiedliche Zugänge, die eine schnelle und intuitive Orientierung ermöglichen.

  • Glossar für Fachbegriffe

    Fachbegriffe lassen sich auf Websites von öffentlichen Institutionen nicht immer vermeiden. Für viele Nutzer:innen sind solche nicht oder nur teilweise verständlich. Werden zu viele Begriffe direkt im Text erklärt, leidet jedoch der Lesefluss.

    Die Lösung ist ein zentral verwaltetes Glossar. Die AKBS kann Definitionen für Fachbegriffe direkt im CMS hinterlegen. Verwendet die Website einen dieser Begriffe, wird er automatisch gekennzeichnet. Nutzer:innen können die Erklärung bei Bedarf direkt aufrufen. So bleiben die Inhalte fachlich korrekt und gleichzeitig verständlich. Wer eine Erklärung benötigt, erhält sie unmittelbar. Wer den Begriff bereits kennt, kann ungestört weiterlesen.

  • Eine Suche, die mitdenkt

    Auch mit einer klaren Navigation wissen Nutzer:innen nicht immer, wo sie eine bestimmte Information finden. Gerade bei komplexen Sozialversicherungsthemen ist eine leistungsfähige Suche deshalb ein wichtiger zusätzlicher Einstieg in die Website. Für die neue AKBS-Website setzen wir dafür auf Algolia.

    Die Suche unterstützt Nutzer:innen dabei, auch bei nicht ganz korrekten Eingaben relevante Inhalte zu finden. Algolia verfügt dafür unter anderem über eine konfigurierbare Fehlertoleranz bei Suchbegriffen. So ergänzt die Suche die neue Informationsarchitektur um einen direkten Zugang zu den Inhalten. Wer nicht über Angebote, Anliegen oder häufig genutzte Aufgaben einsteigen möchte, kann gezielt Themen suchen. Damit führt die Website unterschiedliche Suchverhalten zusammen und hilft Nutzer:innen, schneller zur relevanten Information zu gelangen.

  • Ein Assistent für die Content-Migration

    Mit der neuen Informationsarchitektur mussten auch die bestehenden Inhalte grundlegend überarbeitet werden. Statt überwiegend aus Fliesstext bestehen die neuen Seiten aus verschiedenen Inhaltselementen, mit denen sich Informationen strukturieren und userfreundlicher vermitteln lassen.

    Für das Content-Team bedeutete das ein Umdenken. Um die Fachgruppen bei der Überarbeitung zu unterstützen, entwickelten wir einen Custom GPT, in den die Erkenntnisse und strategischen Überlegungen aus der Konzeptphase einflossen. Die Editor:innen konnten bestehende URLs eingeben und erhielten auf dieser Basis einen Vorschlag für den Aufbau der neuen Seite. Dank der definierten Sitemap berücksichtigte der Assistent zudem, wo die jeweiligen Inhalte auf der neuen Website verortet werden.

    So wurde aus der Content-Migration mehr als ein reiner Umzug bestehender Texte. Die Fachgruppen erhielten konkrete Unterstützung dabei, Inhalte entlang der neuen Struktur und der Userbedürfnisse neu zu denken.

  • Eine Bildsprache, die zur AKBS passt

    Die AKBS möchte als moderne und fortschrittliche Kasse wahrgenommen werden. Dieser Anspruch sollte sich auch in der Bildwelt widerspiegeln. Wir entschieden uns, die Bilder mit generativer KI zu entwickeln.

    Dabei ging es um weit mehr als das Formulieren einzelner Prompts. Als Grundlage entwickelten wir ein individuelles Bildkonzept, das Bildsprache, Tonalität, fotografischen Stil und Komposition beinhaltet. Darauf aufbauend entstand ein eigener Workflow, der die konsistente Generierung von Bildern im gewünschten Look unterstützt. So bauten wir einen vielseitig einsetzbaren Bildpool auf, den die AKBS für ihre digitale Kommunikation nutzen kann. Gleichzeitig schafft das definierte Bildkonzept die Grundlage, um die Bildwelt künftig konsistent weiterzuentwickeln.

    Mehr zum Thema KI-Bildgenerierung
  • Das passende CMS

    Die neue Website soll natürlich nicht nur zum Zeitpunkt des Relaunchs funktionieren. Entscheidend ist auch, dass die AKBS ihre Inhalte danach selbstständig pflegen und langfristig weiterentwickeln kann. Mit TYPO3 haben die verschiedenen Fachgruppen dafür eine zentrale Arbeitsumgebung. Die von uns entwickelten Inhaltselemente geben ihnen einen klaren Rahmen, um Seiten aufzubauen und Inhalte zu aktualisieren.

    Ein weiterer Vorteil: TYPO3 bringt bereits viele Funktionen mit, die für umfangreiche Websites und Organisationen im öffentlichen Umfeld relevant sind. Dadurch konnten wir auf einer bestehenden, umfangreichen Basis aufbauen, statt jede Anforderung von Grund auf neu zu entwickeln. So blieben mehr Ressourcen für die Bedürfnisse der AKBS und ihrer Nutzer:innen.

Gemeinsam zu mehr digitaler Wirkung

Daira Brack

Digital Consultant, Product Owner

Facts & Figures

Ein Relaunch in Zahlen

Wie aus Planung konkrete Umsetzung wurde: Ein paar Zahlen und Fakten zum Projekt kompakt zusammengefasst.

  1. 8 Sprints

    Anhand strukturierter Planungssitzungen definierte das Team zum Start des Sprints, woran in den nächsten zwei Wochen gearbeitet wird. Abschluss jedes Sprints war ein Review, bei dem alle Stakeholder des Projekts dazustossen konnten. Dies förderte das Verständnis im Team für die Lösung und bot Raum für Feedback.

  2. 6-monatiger Umsetzungszeitraum

    Nach einer rund 3-monatigen Strategie- und Konzeptionsphase realisierten wir die Lösung in weiteren 3 Monaten.

  3. 120 Jira-Tickets

    Die komplette technische Lösung wurde in rund 120 Jira-Tickets beschrieben, konkretisiert und abgenommen. Durch die Arbeit mit Jira hatte jedes Teammitglied jederzeit transparente Einsicht über den Stand der Arbeiten.

  4. 1,8 Termine pro Woche

    Mit durchschnittlich knapp zwei gemeinsamen Terminen pro Woche stand das Projektteam in engem Austausch, koordinierte Aufgaben gemeinsam und stimmte die nächsten Schritte laufend ab.

  5. 13 Fachpersonen

    Nicht zu unterschätzen war die Zusammenarbeit: Neben Projektleitung und Stellvertretung waren 13 Fachpersonen aus verschiedenen Abteilungen der AKBS ins Projekt eingebunden.

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