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Gautschen – die grosse Premiere bei Valencia

Kornutin Marina Onofri wird nach alter Sitte in die Zunft der Schwarzen Kunst aufgenommen

Premiere bei Valencia: Nach erfolgreichem Abschluss der vierjährigen Lehre zur Polygrafin, wurde Marina Onofri als neue Angehörige der Schwarzen Kunst zünftig in den Kreis der «Jünger Gutenbergs» aufgenommen und nach alter Sitte gegautscht. Für Valencia war das eine Premiere, da Marina die allererste Polygrafin ist, welche die polygrafische Abteilung von Valencia ausgebildet hat.

Gautschmeister und Alt-Bürgerratspräsident Stefan Kaister vollzog die Zeremonie beim Brunnen vor den Toren von Valencia an der Steinentorstrasse in Basel. Viele weitere, hochwohllöbliche «Jünger Gutenbergs» sowie zahlreiche andere Zeugen und Zaungäste verfolgten amüsiert die Zeremonie.

Nach alter Sitte in die Zunft der Schwarzen Kunst aufgenommen
Nach alter Sitte in die Zunft der Schwarzen Kunst aufgenommen
Gautschmeister walte deines Amtes
Gautschmeister walte deines Amtes
Marina Onofri – eine hochwohllöbliche Jüngerin Gutenbergs und zünftige Gesellin der Schwarzen Künste
Marina Onofri – eine hochwohllöbliche Jüngerin Gutenbergs und zünftige Gesellin der Schwarzen Künste
Danach ging es um die Wurst
Danach ging es um die Wurst

Gautschen

Das Gautschen ist ein bis weit ins 16. Jahrhundert zurückverfolgbarer Brauch der Buchdrucker und Schriftsetzer. Dabei wird der Gäutschling (auch «Kornut» genannt) von mehreren Packern und dem Schwammhalter unter der Anleitung des Gautschmeisters im Brunnen getauft. Eine unterschiedliche Anzahl Zeugen, die ihre Anwesenheit durch das Unterschreiben des Gautschbriefs bekunden, sowie viele zahlreiche Zuschauer stehen dabei Pate.

Die Sitte will’s, dass der Lehrling nicht weiss, wann genau er gegautscht wird. Denn könnte der Gäutschling der Zeremonie entfliehen, müsste er den anschliessenden Imbiss und Umtrunk nicht selber bezahlen. Also haben wir Marina mit List und reichlich Schalk im Nacken in eine fingierte Sitzung gelockt, wo sie den Packern nicht entkommen konnte.
 

«Packet an! Lasst den Corpus posteriorum fallen auf den nassen Schwamm, bis triefen beide Backen. Der durstigen Seel’ ein Stürzbad gebet obendrauf! Das ist der Jüngerin Gutenbergs bester Tauf.»

Gautsch-Spruch

Packt an!

Auf den Ruf des Gautschmeisters wird der zukünftige Jünger Gutenbergs an Händen und Füssen gefasst und auf den nassen Schwamm gesetzt. Dann hält der Gautschmeister seine Rede.

Bevor die Packer den armen Tropf im Brunnen gautschen, stellt der Gautschmeister ihm zuerst noch die Frage, ob er denn auch in die Zunft der Schwarzen Künste aufgenommen werden möchte. Marina hat sie laut und deutlich mit «Ja, ich will aufgenommen werden» beantwortet.

Jeder zünftige «Jünger Gutenbergs» muss diese Prozedur über sich ergehen lassen, damit er von den schlechten Gewohnheiten aus der Lehrzeit reingewaschen werde.

Nach Ablauf der Gautschzeremonie erhält der Gäutschling und frischgebackene Jünger Gutenbergs seinen Gautschbrief. Somit ist Marina von jetzt an nicht nur eine ordentliche Polygrafin, sondern auch eine mit allen Gautschwassern gewaschene Vertreterin ihrer Zunft.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Marina, und alles Gute für deine Zukunft!