Agentur für integrierte Kommunikation

Projekt Msisi

Der Stadtteil Msisi gehört zu den ärmsten und am dichtesten besiedelten Quartieren Lusakas, der Hauptstadt Sambias. Mit dem Projekt Msisi 2017 finanziert WASSER FÜR WASSER den Bau von 20 Wasserkiosken und die Erweiterung des Leitungsnetzes um 4.5 km.

Damit erhalten 30 000 Menschen direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser.

 

Interview mit Yan Wagner

Wir haben Yan Wagner, Verantwortlicher bei WASSER FÜR WASSER für Unternehmen & Behörden, zum Interview gebeten. Hier seine Antworten.

 

Frage: Wie seid ihr auf die Idee «Wasser für Wasser» gekommen? Was war der Ausschlag?

Antwort: 2011 starb nach langer Krankheit der mittlere der drei Etter-Brüder, Basil, im Alter von 22 Jahren. Nach diesem Schicksalsschlag reisten Morris und Lior Etter durch diverse Länder der Welt, wurden dort permanent mit Ungleichheiten und Missständen bezüglich der Wasserversorgung konfrontiert und entschieden sich aufgrund der gewonnenen Eindrücke, den Verein WASSER FÜR WASSER zu gründen. Der Grundsatz damals wie heute ist simpel: Wasser in der Schweiz einen Wert geben, um in Sambia nachhaltige Wasser- und Ausbildungsprojekte zu ermöglichen.

 

Frage: Warum Afrika? Laut eurer Site herrschen in Südostasien z.T. prekärere Zustände.

Antwort: Dass wir uns für Sambia entschieden haben, liegt an folgenden Gründen:

Das Land ist politisch und wirtschaftlich stabil, was eine langjährige Planung und eine fokussierte Arbeit vor Ort ermöglicht. Aufgrund der Beziehungsnetzwerke unserer Projektexperten konnten wir rasch Kontakte zu regionalen Organisationen in Lusaka aufbauen. Dies ermöglichte uns eine relativ schnelle Eingliederung in lokale Strukturen und Institutionen. Sambia verfügt im Vergleich zu anderen Ländern über hohe Wasserressourcen. Vielerorts ist genügend Wasser vorhanden. Dies bedeutet, dass wir uns voll und ganz auf die Wasserversorgung konzentrieren können. Und nicht zuletzt entschieden wir uns für Sambia, da hier prekäre Zustände herrschen. In unseren Projektgebieten – den Vororten von Lusaka –  leben bis zu 50% der Menschen ohne Wasserzugang. Rund 90% der Todesfälle sind auf verschmutztes Wasser zurückzuführen.

 

Frage: Wie stellt ihr die Zusammenarbeit mit den Leuten vor Ort sicher?

Antwort: Morris und Lior sind drei- bis viermal jährlich vor Ort. Auch über Mail und Telefon findet ein regelmässiger Austausch statt. Ausserdem arbeiten wir insbesondere im Bereich der Wasserversorgung mit zwei unabhängig voneinander bestehenden, jedoch gemeinsam arbeitenden Organisationen zusammen. Die Verknüpfung lokaler Organisationen stärkt das Wassermanagement und stellt ein unabhängiges Monitoring und Feedback unter den einzelnen Organisationen und schliesslich zu uns sicher.

 

Frage: Was sind die dringlichen Aufgaben, die gelöst werden müssen, damit in Sambia mehr Menschen sicher zu Trinkwasser gelangen?

Antwort: Derzeit sehen wir die dringlichsten Aufgaben im Aufbau einer funktionierenden und nachhaltigen Infrastruktur: von Wasserkiosken bis Haushaltanschlüssen. Dann besteht auch grosser Handlungsbedarf im Bereich der wasserspezifischen Berufsbildung. Es braucht ausgebildete Sanitärinstallateure und -Installateurinnen und WasserversorgerInnen, die planen, konstruieren und die Infrastruktur instand halten. Daneben fliessen vermehrt Überlegungen in den Bereichen Abwasser und Sanitäranlagen wie Toiletten, Duschen usw. mit ein. Es braucht auch ein Management, das die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen organisiert. Es gibt noch viel zu tun.

 

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Wie, sagt Ihnen yan.wagner@wasserfuerwasser.ch

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